Suche

Auf der Suche nach Antworten, absolvierte ich eine Ausbildung als energetischer Heiler. Mein Bewusstwerdungsprozess wurde in Gang gesetzt und mein Freiheitsthema wurde, meinte ich, weniger präsent. Da mir mein Zugehörigkeitsthema jedoch noch nicht klar war und ich auf der Suche nach Liebe war, verlor ich mich noch einmal so richtig fest in einer Beziehung.

 

Es begann wie ein Märchen. Ich wurde auserwählt und auf Händen getragen. Er war charmant, charismatisch, hilfsbereit und konnte sich verbal gut ausdrücken. Ich bekam Geschenke, Aufmerksamkeit und Komplimente und war dadurch berauscht, fasziniert und beflügelt. Anfänglich verbrachten wir nur Zeit zu zweit.  Nachdem wir zusammengezogen waren, veränderte sich die Beziehung schleichend. Abwertende, destruktive Bemerkungen schlichen sich hinein. Ich wurde mehr und mehr von Freunden und Familie isoliert und im Handeln kontrolliert. Dadurch fing ich in zunehmendem Masse an meiner Wahrnehmung und an meinem Verstand zu zweifeln. Anfänglich zeigte ich meine Grenzen nicht klar auf, ich war süchtig nach Anerkennung,  Liebe und Harmonie und war bereit vieles dafür zu opfern, um diese Bedürfnisse erfüllt  zu bekommen. Dass ich dabei  Schritt für Schritt immer öfters bevormundet wurde, bemerkte ich nur am Rande. Ich machte mich im Laufe der Zeit zum Opfer totaler emotionaler Manipulation, mit der Steigerung zur physischen Gewalt, von welcher keine Spuren sichtbar waren. Mein Anteil, im Sinn von Grenzen aufzeigen, sehe ich in diesem Prozess und trotzdem gibt es niemandem das Recht einen anderen zu demütigen, abzuwerten, zu drohen und körperliche Schmerzen zu bereiten.

 

In Momenten, in denen ich stark genug war aus diesem „Gefangenen Netz“ auszusteigen, wandelte sein Verhalten wieder zu dem liebevollen und umsorgenden Partner, was wiederum verwirrend war. Den Begriff „Häusliche Gewalt“ kam mir nicht in Gedanken, jedoch war es genau das! Alles passierte hinter geschlossenen Türen. Es war enorm verwirrend, da die Aussenwelt nichts mitbekam und in ihm den erfolgreichen, sensiblen, anständigen und ruhigen Mensch sah.  Deswegen reagierte meine Umwelt bei meinen Hilferufen mit Unglaubwürdigkeit, Beschwichtigung und Verharmlosung. Nur meine besten Freunde und Eltern sahen an meinem Verhalten, dass etwas nicht stimmte, jedoch musste ich zuerst selber die absolute Grenze erreichen, um mich hieraus zu befreien.

Mein Körper war am Leben, jedoch seelisch war ich gestorben.

 

 

Fortsetzung folgt!

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